Kaspar Hauser - Jeder für sich und Gott gegen alle (1974)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Werner Herzog |
|---|---|
| Genre | Drama, Historie |
| Laufzeit | 110 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1974-11-01 |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| TMDB-Bewertung | 7,3 (389 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Am Morgen des 26. Mai 1828 wird in Nürnberg ein junger Mann ausgesetzt, in der Hand einen kurzen Brief. Die Menschen der Stadt halten ihn für krank oder beeinträchtigt, denn er kann weder richtig gehen noch sich verständigen. Der Brief nennt seinen Namen, Kaspar Hauser, und erklärt, er habe sein ganzes Leben eingesperrt in einem Turm verbracht, ohne etwas zu lernen und ohne Kontakt zur Gesellschaft.
Kaspar findet Aufnahme und lernt zu sprechen. Nun kann er selbst berichten, dass er bis zu dem Tag seiner Aussetzung nie das Gesicht eines anderen Menschen gesehen hatte. Doch das neue Leben bringt eigene Schwierigkeiten: Kaspar kann Traum und Wirklichkeit nicht auseinanderhalten und bleibt den gesellschaftlichen Konventionen gegenüber fremd, ob es um Politik oder um Religion geht.
Entstehungsgeschichte
Werner Herzog führte 1974 Regie. Bruno S. steht an der Spitze der Besetzung, daneben spielen Walter Ladengast, Brigitte Mira und Willy Semmelrogge. Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben. Er beruht auf realen Begebenheiten, was dem Stoff über die erzählte Geschichte hinaus Gewicht verleiht.
Hinter den Kulissen
Drama und Historie treffen hier aufeinander. Die historische Ebene bildet den Rahmen mit dem genau datierten Auftauchen in Nürnberg, das Drama richtet den Blick auf einen Menschen, der ohne jede Prägung in eine fertige Welt geworfen wird.
Die Anlage der Figur macht sie zum Prüfstein für die Gesellschaft, in die sie gerät. Weil Kaspar die Regeln nicht kennt, die anderen selbstverständlich erscheinen, stellt er sie unbeabsichtigt infrage. Dass er Traum und Wirklichkeit nicht trennen kann, eröffnet dem Film einen Zugang, der über die bloße Rekonstruktion eines rätselhaften Falls hinausgeht. Der ausführliche Titel, „Jeder für sich und Gott gegen alle“, deutet an, dass es um die Frage geht, wie viel Menschlichkeit eine Gemeinschaft einem Außenseiter tatsächlich entgegenbringt.
Einordnung & Wirkung
Mit 7,3 von 10 Punkten aus einigen hundert Stimmen genießt der Film eine deutlich positive Wertschätzung, die nach 52 Jahren noch immer Bestand hat.
Im historischen Drama steht das Werk für eine Erzählweise, die einen realen Fall nicht als Kriminalrätsel behandelt, sondern als Nachdenken über Fremdheit, Bildung und die Grenzen gesellschaftlicher Ordnung.
Bilder








Besetzung & Stab
- Bruno S. als Kaspar Hauser
- Walter Ladengast als Professor Daumer
- Brigitte Mira als Haushälterin Käthe
- Willy Semmelrogge als Ringmaster
- Kidlat Tahimik als Hombrecito, the Indian
- Hans Musäus als Unknown Man
- Michael Kroecher als Lord Stanhope
- Henry van Lyck als Calvary Captain
- Enno Patalas als Pastor Fuhrmann
- Volker Elis Pilgrim als Pastor #2
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Verfügbarkeit
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