Der schwarze Falke (1956)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | John Ford |
|---|---|
| Genre | Western |
| Laufzeit | 119 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1956-05-16 |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Budget | 3.750.000 $ |
| TMDB-Bewertung | 7,7 (1.629 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Texas, 1868. Ethan Edwards kehrt als früherer Konföderiertensoldat zurück und findet die Ranch seiner Familie überfallen vor. Seine Schwägerin Martha und mehrere Angehörige sind tot, die Töchter Lucy und Debbie verschleppt.
Fünf Jahre lang verfolgt Edwards die Comanchen unter Chief Scar, gemeinsam mit Martin Pawley. Was er vorhat, wenn er Debbie findet, ist die eigentliche Frage des Films.
Entstehungsgeschichte
Vorlage ist Alan Le Mays Roman, der aus der Kurzgeschichte „The Avenging Texans" hervorging (1954 im Saturday Evening Post). Das Drehbuch schrieb Frank S. Nugent.
Regie führte John Ford — es war sein 115. Spielfilm. Produziert wurde er von C. V. Whitney für Warner Bros.
John Wayne spielt Ethan Edwards, Jeffrey Hunter den Martin Pawley, Vera Miles die Laurie Jorgensen, Ward Bond den Rev. Clayton, Natalie Wood die erwachsene und Lana Wood die kleine Debbie, Henry Brandon den Chief Scar, Hank Worden den Mose Harper und Antonio Moreno den Emilio Figueroa.
Die Kamera führte Winton C. Hoch in Farbe und VistaVision, die Musik stammt von Max Steiner, den Schnitt besorgte Jack Murray.
Gedreht wurde vor allem im Monument Valley, dazu in Colorado, Kanada, im Bronson Canyon und in den RKO-Pathé-Studios. Der Kulissenbau begann am 31. Mai 1955, im August 1955 war der Film fertig. Uraufführung war am 13. März 1956, deutscher Start am 5. Oktober 1956.
Hinter den Kulissen
Der Film hat kein Oscar-Nominierung erhalten. Erst später kam die Anerkennung: 1989 Aufnahme ins National Film Registry, 2007 Platz 12 der AFI-Liste der besten amerikanischen Filme, 2008 Rang 10 bei den Cahiers du cinéma, 2012 Platz 7 und 2022 Platz 15 bei Sight & Sound.
Die Wirkung auf andere Filmemacher ist außergewöhnlich dokumentiert. Martin Scorsese sieht ihn ein- bis zweimal im Jahr und nennt die Dialoge Poesie; Steven Spielberg zählt ihn zu vier Filmen, die er vor jedem neuen Projekt ansieht. Der Film wirkte nachweislich auf „Lawrence von Arabien", „Spiel mir das Lied vom Tod", „Taxi Driver", „Hardcore", das erste „Star Wars", mehrere Arbeiten Spielbergs und die Schlussszene von „Paris, Texas". Stuart Byron behauptete 1979, das gesamte moderne amerikanische Kino stamme von diesem Film ab.
Die Schlusseinstellung mit dem offenen Türrahmen wurde zum meistzitierten Bild dieser Art.
Einordnung & Wirkung
Rotten Tomatoes weist 87 Prozent aus (102 Kritiken), Metacritic 94 von 100. Joe Hembus vergab in seinem Western-Lexikon die Höchstwertung und nannte den Film den Moby Dick des Western. Prisma sprach von einem Meisterwerk, Thomas Jeier vom endgültigen Western. Loren D. Estleman blieb die einzige deutlich abweichende Stimme und hielt ihn für eher mittelmäßig.
Über die Hauptfigur wird bis heute gestritten. Ronald M. Hahn und Volker Jansen stellten die Frage, wie ein Film zum Kultfilm werden könne, dessen Held ein engstirniger, rassistischer, mörderisch-brutaler Reaktionär ist. Ihre Antwort: Die Merkmale, die auf Ethan Edwards zutreffen, müssten im historischen Zusammenhang gesehen werden — der amerikanische Durchschnittsbürger von 1868 sei, zumal aus dem Süden, genau das gewesen.
Der Film wird demnach als psychologische Studie einer von Rassenhass getriebenen Figur gelesen, nicht als Bestätigung dieser Haltung. Dass diese Frage bei jeder Neubewertung erneut gestellt wird, gehört zu seiner Wirkungsgeschichte.
Bilder








Besetzung & Stab
- John Wayne als Ethan Edwards
- Jeffrey Hunter als Martin Pawley
- Vera Miles als Laurie Jorgensen
- Ward Bond als Rev. Capt. Samuel Johnston Clayton
- Natalie Wood als Debbie Edwards
- John Qualen als Lars Jorgensen
- Olive Carey als Mrs. Jorgensen
- Henry Brandon als Chief Cicatriz (Scar)
- Ken Curtis als Charlie McCorry
- Harry Carey Jr. als Brad Jorgensen
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