Der Nachtportier (1974)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Liliana Cavani |
|---|---|
| Genre | Kriegsfilm, Drama, Liebesfilm |
| Laufzeit | 118 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1974-04-03 |
| Altersfreigabe | FSK 18 |
| TMDB-Bewertung | 6,7 (398 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Zwölf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitet Maximilian Theo Aldorfer als Nachtportier in einem eleganten Wiener Hotel. Seine Vergangenheit sieht anders aus: Er war Offizier der SS. Im Hotel tritt er als diskreter Dienstleister auf, der seinen Gästen jeden Wunsch erfüllt. Einer alternden Gräfin etwa vermittelt er regelmäßig junge Männer, die sie für ihre sexuelle Befriedigung verlangt.
Hinter der korrekten Fassade gehört Aldorfer zu einem kleinen Kreis ehemaliger Nationalsozialisten. Diese Männer verbindet vor allem ein Ziel: Ihre früheren Verbrechen sollen verborgen bleiben. Um das zu erreichen, schrecken sie selbst vor Mord nicht zurück. Die Ordnung des Hotels und die Ordnung dieses Kreises beruhen beide auf Verschwiegenheit, und Aldorfer bewegt sich in beiden Welten mit derselben unauffälligen Routine.
Entstehungsgeschichte
Liliana Cavani führte bei diesem Film von 1974 Regie, der auf Englisch „The Night Porter“ heißt. Zur Besetzung zählen Dirk Bogarde, Charlotte Rampling, Philippe Leroy und Gabriele Ferzetti. Freigegeben ist der Film erst ab 18 Jahren, was bei einem Stoff über NS-Täter, Vertuschung, Mord und Sexualität nachvollziehbar ist.
Hinter den Kulissen
Kriegsfilm, Drama und Liebesfilm treffen hier auf ungewöhnliche Weise zusammen. Die Handlung spielt nicht im Krieg, sondern in dessen Nachwirkungen: Der Krieg ist vorbei, doch seine Täter leben weiter, arbeiten in bürgerlichen Berufen und schützen einander. Der Kriegsfilm steckt also in der Vergangenheit, die über der Gegenwart liegt.
Dass daneben der Liebesfilm steht, erzeugt eine bewusste Reibung. Eine Liebesgeschichte in einem Umfeld ehemaliger SS-Männer kann keine unbeschwerte Romanze sein, sie muss sich mit Schuld, Macht und Erinnerung auseinandersetzen. Das Hotel als Schauplatz verstärkt diese Spannung. Es ist ein Ort der Diskretion, an dem Wünsche erfüllt und Fragen nicht gestellt werden, und spiegelt damit das Schweigen des Täterkreises. Dass Aldorfer ausgerechnet in der Nacht arbeitet, wenn das Haus schläft, fügt sich in dieses Bild einer Existenz im Verborgenen.
Einordnung & Wirkung
Mit 6,7 von 10 Punkten fällt die Durchschnittsbewertung ordentlich aus, sie beruht auf einigen hundert Stimmen. 52 Jahre nach dem Erscheinen gehört der Film zu den Werken, die den Nationalsozialismus nicht über Schlachtfelder erzählen, sondern über das Weiterleben der Täter nach Kriegsende. Diese Perspektive macht ihn zu einem unbequemen Beitrag zum Kriegsfilm, der den Blick von den Kämpfen auf Schuld und Verdrängung lenkt.
Bilder








Besetzung & Stab
- Dirk Bogarde als Max
- Charlotte Rampling als Lucia
- Philippe Leroy als Klaus
- Gabriele Ferzetti als Hans
- Giuseppe Addobbati als Stumm
- Isa Miranda als Countess Stein
- Nino Bignamini als Adolph
- Marino Masé als Atherton
- Amadeo Amodio als Bert
- Piero Vida als Day Porter
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Verfügbarkeit
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