Fellinis Satyricon (1969)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Federico Fellini |
|---|---|
| Genre | Drama, Fantasy |
| Laufzeit | 129 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1969-09-18 |
| Altersfreigabe | FSK 18 |
| Budget | 3.000.000 $ |
| TMDB-Bewertung | 6,7 (370 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Encolpio und Ascilto buhlen um die Zuneigung von Gitone. Der Junge wird an einen Theaterschauspieler verkauft, Encolpio befreit ihn, doch Gitone entscheidet sich für Ascilto. Zurückgewiesen will Encolpio sich das Leben nehmen, doch ein Erdbeben bewahrt ihn davor.
Von diesem Moment an beginnt eine Reise voller Abenteuer und Missgeschicke. In einer Kunstgalerie lernt Encolpio den Dichter Eumolpo kennen und begleitet ihn zu einem Gelage, das ein Aristokrat mit künstlerischen Ambitionen ausrichtet. Dieser verachtet seine eigene Ehefrau und zieht ihr die Gesellschaft eines Jungen vor. Der Film zeigt ein klassisches Rom als Babel der Kulturen, in dem Pädophilie, Homosexualität, Kannibalismus und vielfältige Rituale nebeneinanderstehen, eine Welt, die nach heutigen Maßstäben amoralisch und dekadent erscheint.
Entstehungsgeschichte
Federico Fellini inszenierte den Film, der 1969 erschien und auf Englisch schlicht „Satyricon“ heißt. Martin Potter und Hiram Keller stehen im Zentrum der Besetzung, dazu kommen Max Born und Salvo Randone. Die Freigabe liegt bei 18 Jahren.
Hinter den Kulissen
Drama und Fantasy bilden eine ungewöhnliche Verbindung. Das Drama erzählt von Begehren, Zurückweisung und Verzweiflung. Die Fantasy verleiht der Antike einen traumartigen, entrückten Charakter, sodass das alte Rom weniger als historische Rekonstruktion denn als fremde, eigenwillige Welt erscheint.
Die Erzählform ist episodisch. Encolpios Weg führt von einer Station zur nächsten, von der Galerie zum Gelage, von einer Begegnung zur anderen. Diese lose Reihung passt zu einer Figur, die ohne festes Ziel durch eine Gesellschaft treibt. Die Themen, die der Film berührt, sind heikel und drastisch, darunter sexuelle Gewalt gegen Kinder und Kannibalismus. Der Film stellt sie in den Rahmen einer Welt, deren Werte den heutigen fremd sind, und fordert sein Publikum damit heraus. Schon der Titel mit Fellinis Namen kündigt eine sehr persönliche Sicht auf den Stoff an.
Einordnung & Wirkung
Mit 6,7 von 10 Punkten bei einigen hundert Stimmen fällt das Urteil klar positiv, aber nicht einhellig aus. Das passt zu einem Film, der mit seiner Drastik und seiner fragmentarischen Form nicht jeden erreicht.
57 Jahre nach seinem Erscheinen bleibt der Film ein Beispiel für ein Kino, das die Antike nicht als Kulisse für Heldengeschichten nutzt, sondern als fremde, verstörende Welt zeigt. Wer experimentelle, bildmächtige Filme mit schwierigen Themen nicht scheut, findet hier eine herausfordernde Erfahrung.
Bilder








Besetzung & Stab
- Martin Potter als Encolpio
- Hiram Keller als Ascilto
- Max Born als Gitone
- Salvo Randone als Eumolpo
- Mario Romagnoli als Trimalcione
- Magali Noël als Fortunata
- Capucine als Trifena
- Fanfulla als Vernacchio
- Gordon Mitchell als Il predone
- George Eastman als Minotauro
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