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Einfach das Ende der Welt

Einfach das Ende der Welt (2016)

⭐ 7,2 · 2016 · Drama
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Kurzüberblick

RegieXavier Dolan
GenreDrama
Laufzeit99 Minuten
Erscheinungsdatum2016-09-21
AltersfreigabeFSK 12
Budget7.400.000 $
Einspielergebnis9.231.823 $
TMDB-Bewertung7,2 (1.682 Stimmen)

Trailer

Worum es geht

Louis kehrt nach zwölf Jahren zu seiner Familie zurück. Er ist 34, Schriftsteller, und hat eine Nachricht mitgebracht: Er ist unheilbar krank und will sich verabschieden.

Dazu kommt er nicht. Kaum ist er da, brechen die alten Rechnungen auf. Die Schwester Suzanne wirft ihm vor, sie habe die Familie nie verlassen können; der Bruder Antoine hält ihm vor, seine Sonderstellung bei der Mutter eingebüßt zu haben. Was Louis sagen wollte, geht in den gegenseitigen Vorwürfen unter.

Entstehungsgeschichte

Vorlage ist Jean-Luc Lagarces Theaterstück „Juste la fin du monde" von 1990. Lagarce, 1957 geboren, war selbst HIV-positiv und starb 1995 an AIDS. Uraufgeführt wurde das Stück 1999 am Théâtre National de la Colline in Paris, die deutsche Erstaufführung folgte 2001 am Theater Bremen.

Xavier Dolan führte Regie, schrieb das Drehbuch und übernahm den Schnitt. Es war seine zweite Adaption eines Theaterstücks nach „Sag nicht, wer du bist!" von 2013.

Gaspard Ulliel spielt Louis, Nathalie Baye die Mutter Martine, Vincent Cassel den Bruder Antoine, Marion Cotillard dessen Frau Catherine und Léa Seydoux die Schwester Suzanne. Gaspard Ulliel starb 2022 bei einem Skiunfall.

Produziert wurde der Film von Sylvain Corbeil, Xavier Dolan, Nancy Grant und Nathanaël Karmitz. Die Kamera führte André Turpin, die Musik stammt von Gabriel Yared.

Es handelt sich um eine französisch-kanadische Produktion von 97 Minuten Länge, freigegeben ab 12 Jahren. Die Premiere lief am 19. Mai 2016 in Cannes, der französische Start folgte am 21. September 2016, der deutsche am 29. Dezember 2016.

Hinter den Kulissen

Die Kameraarbeit ist die auffälligste Entscheidung. André Turpin arbeitet fast durchgehend in Nahaufnahmen und mit gesättigten Farben; die Kamera weicht selten von den Gesichtern. Das erzeugt Enge — und macht sichtbar, dass hier niemand dem anderen zuhört.

Die Konstruktion ist die eines Kammerspiels mit einem Geheimnis, das nie ausgesprochen wird. Der Zuschauer weiß, warum Louis gekommen ist; die Familie weiß es nicht. Jede Szene läuft deshalb auf zwei Ebenen zugleich.

Dass die Vorlage von einem Autor stammt, der an AIDS starb, gibt dem Stoff eine zusätzliche Schicht. Lagarce schrieb über eine Rückkehr, um Abschied zu nehmen; er selbst starb fünf Jahre nach der Niederschrift und vier Jahre vor der Uraufführung.

Einordnung & Wirkung

In Cannes 2016 erhielt Xavier Dolan den Großen Preis der Jury. Beim Filmfest Hamburg folgte der Art Cinema Award. Bei den Canadian Screen Awards 2017 gab es neun Nominierungen, bei den Prix Lumières drei. Beim César 2017 stand der Film sechsmal auf der Liste und gewann dreimal: Gaspard Ulliel als Schauspieler, Xavier Dolan für Regie und Schnitt. Für den Oscar als fremdsprachiger Film stand er auf der Shortlist.

Die Kritik war tief gespalten. Rotten Tomatoes weist nur 44 Prozent von 86 Kritiken als positiv aus. Peter Debruge urteilte in Variety, der Film verärgere und erschöpfe sein Publikum über quälende anderthalb Stunden. Hannah Pilarczyk nannte ihn auf Spiegel Online schlicht großartig und in seiner Darstellung dysfunktionaler Familien völlig neu. Christiane Peitz beschrieb ihn im Tagesspiegel als Psychothriller über die Grenzen der Kommunikation.

Der Abstand zwischen 44 Prozent bei der Kritik und dem Großen Preis der Jury in Cannes ist ungewöhnlich groß — und er hat dieselbe Ursache: die Rücksichtslosigkeit, mit der der Film sein Publikum in dieser Familie festhält.

Bilder

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Besetzung & Stab

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